Die Slow Media Types: eine repräsentative Studie

Der Slow Media Ansatz wird in über 30 Ländern rezipiert, an Hochschulen beforscht, in Doktorarbeiten durchleuchtet und  in der Praxis von Mediennutzern und -produzenten weltweit angewendet. Der in dem Slow Media Manifest zuerst formulierte und dann weiterentwickelte “neue Blick” auf Mediennutzung ist kein flüchtiger Trend, sondern öffnet eine bedeutsame, medienübergreifende und eng mit den Erscheinungen des digitalen Wandels verknüpfte Perspektive auf unser Mediennutzungsverhalten. Dies belegt unsere repräsentative Studie, die die Erkenntnisse des Slow Media Ansatzes nun auch mit validen Zahlen und einer umfassenden quantitativen Studie untermauert.

Die Slow Media Studie

Wir Autoren des Slow Media Manifests und Gründer des Slow Media Instituts Jörg Blumtritt, Benedikt Köhler und Sabria David haben unter wissenschaftlicher Leitung unseres wissenschaftlichen Beirats Professor Hans Georg Stolz*, Medienforscher am Institut für Publizistik der Universität Mainz, eine Studie zu Slow Media in der Gesellschaft aufgesetzt. Durchgeführt wurde die Studie durch das Marktforschungsinstitut d.core. d.core hat dazu über 2.000 Menschen interviewt, die in einer repräsentativen Stichprobe zur Teilnahme an der Studie eingeladen wurden.

Die sozialwissenschaftliche Studie erfasst in 7 Grunddimensionen das heutige Mediennutzungsverhalten:

- Einstellung zu Qualität
- Bedeutung von sozialer Bindung und lokaler Nähe
- Umgang mit Stress
- Offenheit für Trends
- Dialogorientierung und Social Sharing
- Fokussierter Umgang mit Medien
- Nachhaltiger Lebensstil

Diese Dimensionen bilden die Grundlage der “Slow Types”, einer neudefinierten Typologie für die digitale Mediengesellschaft. Ziel der Slow Types ist es, einen tiefen Einblick in die Wertelandschaft der Medienkonsumenten zu gewinnen, die durch klassische Modelle, welche auf sozio-ökonomischen Status basieren, nicht mehr adäquat abgebildet werden können.

Auf Grundlage der nun erfolgten repräsentativen Basisbefragung werden sich mit speziellen Mediennutzerbefragungen Antworten auf folgende Fragen finden lassen: Wie sehr werden Medien wertgeschätzt? Was bewegt unsere Leser/Zuschauer/Zuhörer? Lohnt es sich, in Qualität zu investieren? Wie veränderungsbereit und aufgeschlossen für digitale Veränderungen sind unsere Mitarbeiter? Können sie sich gut abgrenzen und als souveräne Mediennutzer agieren? Verbirgt sich hinter Slow Media eine “slowe” Grundhaltung, die sich auch in Verhalten, Entscheidungsmustern und Überzeugungen ausdrückt und damit vorhersagbar wird? Werden mediale Erfolge mit dem Konzept erklärbar? Gibt es Zusammenhänge mit politischen, moralischen, kulturellen Einstellungen?

Neben den allgemeinen Slow Types lassen sich mit Hilfe zusätzlicher Items auch branchenspezifische Slow Types ermitteln.

Erste Ergebnisse wurden von Jörg Blumtritt am 26. März 2015 in Bath Spa in Großbritannien auf dem internationalen Slow Media Symposium vorgestellt.

Weitere Informationen: www.dcore.de/slow

Kontakt und mehr Informationen gerne hier oder unter institut@slow-media.net

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Nachtrag

* Mit großer Bestürzung und Trauer müssen wir mitteilen, dass Hans Georg Stolz gestorben ist. Unser Nachruf: http://www.slow-media.net/wir-trauern-um-hans-georg-stolz

 

 

 

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