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Entschleunigung am Arbeitsplatz – Slow Media als Burnout-Prävention

“Slow Media can be understood as both a philosophy and a practice”, schreibt Prof. Jennifer Rauch in ihrer Studie über Slow Media. Unser Slow Media Ansatz ist zugleich eine inspirierende Theorie und ein praktizierbares Konzept, das für viele Problemstellungen des digital getriebenen gesellschaftlichen Wandels vernünftige Lösungsansätze bietet. Die Potentiale der Informationstechnologie für Unternehmen ist immens. Weltweit sind eine Milliarde Smartphones im Einsatz. In der dadurch gewonnenen Flexibilität liegt eine große Chance für neue Arbeitskulturen.

In Zukunft wird es darum gehen, “angemessene Reaktionen auf diese Medienrevolution zu entwickeln – sie politisch, kulturell und gesellschaftlich zu integrieren und konstruktiv zu nutzen”, schrieben wir in der Präambel unseres Manifestes und hatten dabei natürlich auch die Praxis im Blick. In diesem Sinne stehen wir mit Slow Media für eine zugleich beherzte wie verantwortliche Nutzung neuer Medien.

Vor allem im Bereich der zwischen globalen Anforderungen sich aufreibenden Arbeitswelt sind funktionierende Konzepte dringend notwendig. Potentiale und destruktive Aspekte der digitalen Verfügbarkeit und Flexibilisierung liegen hier besonders nahe beieinander. Die von Krankenkassen und Berufsgenossenschaften (z.B. im Rahmen des AOK Fehlzeitenreports 2012) mit klaren Zahlen festgestellte Zunahme an Belastungs- und Burnout-Erkrankungen mit hohen Ausfallzeiten sprechen eine eindeutige Sprache.

Wir bieten für Unternehmen und Institutionen forschungsgebundene Weiterbildung und Beratung zu medialem Arbeitsschutz, schätzen Gefährdungen ein und geben Handlungsempfehlungen sowohl für Verhaltens- wie Verhältnisprävention.

Ein Element medialer Gesundheitsprävention im Arbeitsumfeld sind unsere Workshops. Bereichs- und hierarchieübergreifend oder in Realteams werden konkrete individuelle und Team-Handlungspläne entwickelt und vereinbart, um die Grundlagen für einen Kulturwandel im Unternehmen zu schaffen.

Workshop “Entschleunigung am Arbeitsplatz – Slow Media als Burnout-Prävention”

Thema des Workshops  ist der verantwortungsvolle und gesunderhaltende Umgang mit neuen Medien. Der Workshop wird geleitet von der Medienwissenschaftlerin Sabria David, Mitgründerin und Leiterin des Slow Media Instituts.

Entschleunigung und Effizienz

Die Welt hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert, sie ist schneller und effektiver geworden, aber auch getriebener und gehetzter – mit gravierenden Auswirkungen auf Arbeitsleben und Unternehmen. Wichtig ist es, hier frühzeitig gegenzusteuern, um negative Auswirkungen durch Burnoutfälle zu vermeiden. Zu den primären Kosten der Ausfallzeiten kommen die sekundären durch die Überlastung der verbleibenden Mitarbeiter und Einflüsse auf Motivation und Betriebsklima hinzu.

Entschleunigung ist – richtig eingesetzt – eine effektive Methode, um die Handlungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter langfristig zu stärken.

  • Mitarbeiterzufriedenheit, Teamgeist und Effizienz steigen an.
  • Fluktuation, Fehlerhäufigkeit und Ausfallzeiten gehen zurück. 

Der Weg aus der Spirale

Mit dem technologischen Fortschritt steigt die Verantwortung für die Nutzung der Technik und für den Aufbau einer nachhaltigen Führungs- und Kommunikationskultur. Verantwortliches, gesunderhaltendes Verhalten kann auf drei Ebenen auf Unternehmen einwirken:

  • auf individueller Ebene
  • auf Ebene von Teams/Abteilungen
  • und auf Führungsebene

Die Teilnehmer des Workshops üben, die Potentiale digitaler Medien konstruktiv statt destruktiv zu nutzen und berufliche Herausforderungen souverän anzunehmen.

Themen des Seminars

  • Die Technik beherrschen lernen
  • Entschleunigung als gesunder Weg zwischen Über- und Unterforderung
  • Technologische Entwicklung und Verantwortung
  • Umgang mit Verfügbarkeitskult
  • Kettenreaktion der Hektik unterbrechen
  • Postdigitale Rückzugsräume
  • Nutzung sozialer Medien
  • Medienrauschen filtern
  • Erstellung konkreter und individueller Handlungspläne

Der inhouse Workshop dauert 8 Stunden.
Er richtet sich an Mitarbeiter und Führungskräfte von Unternehmen und Institutionen.
Die Teilnehmerzahl beträgt 10-15.

Kontakt

Tel. +49(0)228-90 85 750
sabria.david@slow-media.net
www.slow-media-institut.net

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Weiterlesen? Hier ein Blogbeitrag zum Thema: “Revolution, Entschleunigung und Vatis Smartphone

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Zeiten des Wandels

Melchior Lorck: "zu Venedig dem Lebend nach gemacht" 1555

Unsere Gesellschaft befindet sich auf der Schwelle. Es ist zu spüren, dass bisherige Mechanismen, Techniken und Modelle nicht mehr so recht funktionieren – aber verlässliche neue Strukturen haben sich noch nicht entwickelt. Alte und neue Konzepte, bisherige und zukünftige Kulturtechniken konkurrieren um die Deutungshoheit. “Zurück zum Bewährten!” rufen die einen “Vergesst was gewesen ist! Das Neue erlöst uns!” rufen die anderen.

Aber so einfach ist es nicht. Wir müssen genau hinsehen, die Mechanismen des Wandels untersuchen und daraus konstruktive neue Modelle entwickeln. Das verlangt Mut, Neugier und Experimentierfreude. Es sind aufregende und spannende Zeiten. Im Schwimmen der Konturen lassen sich aber, wenn man genau hinsieht, neue Muster und Strukturen finden, aus denen man vielleicht die Zukunft lesen kann.

Das Slow Media Institut befasst sich mit dem digitalen Wandel und seinen technologischen, soziologischen, kulturwissenschaftlichen, politischen, philosophischen, medientheoretischen und medienpraktischen Aspekten. Es sucht die positiven Potentiale in technologischen Entwicklungen, wägt Risiken ab, führt internationale Experten, Praktiker und Theoretiker aus verschiedenen Kontexten zusammen und möchte mit Forschung, Beratung und Workshops einen Beitrag zum konstruktiven Umgang mit dem Wandel leisten. Ausgangspunkt dieser Arbeit ist das Slow Media Manifest, das in den zwei Jahren seit seiner Entstehung auf digitalem, mündlichem und schriftlichem Weg durch 28 Länder und viele Sprachen gereist ist.

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À table!

Eine der Absichten unseres Medienwandel-Instituts ist es, neue Erzählformen zu erforschen und zu entwickeln. Drüben im Slow-Media-Blog haben wir uns schon des öfteren mit verschollenen Genres und Medienformaten befasst; mit der Frage, ob sie obsolet sind und unter welchen Bedingungen und als was sie wiederkommen werden. Wir stehen durch den digitalen Wandel vor einer Renaissance diskursiver Formate. Vor diesem Hintergrund fragen wir uns, ob nicht auch möglich ist, Forschung neu – und in neuen Formaten – zu denken.

Das Tischgespräch ist solch ein Genre, das wir für die Forschung gewinnen wollen: als einen Ort des Denkens und Auseinandersetzens, des konstruktiven Fürs und Widers unter den Fittichen eines gemeinsamen Mahles, das man unter Experten verschiedener Disziplinen teilt.

Bis es soweit ist, hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack:

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TISCHUNTERHALTUNG, f. unterhaltung bei tisch, vgl. Schultz höf. leben, 134 f.: jede tischunterhaltung sollte selbst ein kunstwerk sein, das auf gehörige art das mahl accompagnirte. Tieck 4, 70.

Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Bd. 21

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“Ma non e cosi taciturni. A nostra tavola si parla, si discute, si raconta molto.”

Don Camillo und Peppone: Il compagno, 1963

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“Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen. [...] Ein solches Reden ist wahrhaft lautes Denken.”

Heinrich von Kleist: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden, 1805

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Chevaliers de la table ronde

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“Über Tisch war Lenz wieder in guter Stimmung, man sprach von Literatur, er war auf seinem Gebiete”

Georg Büchner: Lenz, 1839

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Astérix et les Normands, 1967, Festmahl

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“Das Leben hier ist von tödlicher Einförmigkeit. Man disputiert über nichts, nicht einmal über Religion.”

Ferdinando Galiani an Baron von Holbach, 1770 (aus Neapel, fern der Pariser Salons)

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“Ich wollte von Leuten mit Geschmack gelesen und von erfahrenen Meistern umgesetzt werden”

Alexandre Dumas: Das Große Wörterbuch der Kochkunst, 1872

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Reaktionsfähigkeit und Medienevolution

Politik und konventionelle Medien haben im Januar und Februar eine Gemeinsamkeit gezeigt: Sie einte ein sonderbares Zaudern, ein Ausbleiben von Handlungswillen oder -fähigkeit in Bezug auf die politische Lage in Ägypten. Etwas schien sie daran zu hindern, in der Ägyptenfrage zu handeln oder Stellung zu beziehen. Konnte man ihnen in den ersten Tagen noch zu Gute halten, dass sie die Lage erst einmal abwarten, um nicht nicht in Aktionismus zu verfallen (ein legitimer Ansatz), so war doch irgendwann der Zeitpunkt gekommen, an dem eine Reaktion fällig gewesen wäre.

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